Flussbad Mühlenhunte

Planungsbüro: Polyplan GmbH Bremen
Auftraggeber: Bäderbetrieb der Stadt Oldenburg (OLDB)
Ort: 26122 Oldenburg
Zeitraum: 2003 - 2006

 
Baden mit Tradition
Baden im Fluss

Bereits seit 1839 wird in Oldenburg im Fluss gebadet. Die damalige Flussbadelandschaft trug noch den bibelfesten Namen "Am Jordan".
Bis 1909 war das Baden ausschließlich den Männern vorbehalten. Die stundenweise Öffnung für Frauen schlug eine Woge der Empörung durchs damalige sittenstrenge Oldenburg.
Mit Beginn der 70er Jahre wurde parallel zum Flußbad auf der westlichen Uferseite ein konventionelles Beckenbad, das Huntebad, betrieben. Auf Grund hygieneischer Mängel wurde das Baden im Fluss Anfang der 80er Jahre untersagt. Anfang 2002 musste auch das Beckenbad wegen bautechnischer Mängel geschlossen werden. Zu dieser Zeit beschloss der Stadtrat Oldenburgs den Neubau eines freizeitorientierten Spassbades.
Bereits 2005 konnte das neue Freizeitbad Olantis eröffnet werden. Durch die Inbetriebnahme des Flussbad Mühlenhunte 2006 wurde die Oldenburger Bäderlandschaft um eine neue Attraktion erweitert .
 
Planungskonzept
Die Attraktivität und die Kapazität des Olantis wird mit der Erweiterung durch das Flussbad wesentlich erhöht. Derzeit ist ein solches ungechlortes Flussbad im norddeutschen Raum einmalig.

Das Konzept zeigt sowohl die Möglichkeiten der technische Umsetzung, als auch der gestalterischen Einbindung in die städtebauliche Planung Oldenburgs.

Das Ostufer der Mühlenhunte wird im Süden über einen Holzsteg und im Norden über eine Kiesbank erschlossen. Die Durchgängigkeit für Pflanzen und Tiere, als auch die Aufrechterhaltung des Wasserstands im weiteren Verlauf der Mühlenhunte, ist mit dem Neubau eines leicht mäandrierenden Umgehungsgewässers gegeben. Die Wasseraufbereitung für den Schwimmbereich erfolgt in der Gewässersohle dieses Umgehungsgewässers, indem das Wasser einen mineralischen Filterkörper durchströmt. Das gereinigte Wasser wird über Dränleitungen aufgefangen und anschließend in den Schwimmbereich gepumpt.

Durch die Anbindung der Lazaruswiese haben die Besucher des Huntebads Zugang zu einer zusätzlichen Grünfläche von über 5.000 m². Gleichzeitig wird in dem als Flussbad hergerichteten Teilabschnitt der Mühlenhunte eine zusätzliche nutzbare Schwimmfläche von ca. 2.500 m² gewonnen.
 
Einbindung in den Landschaftsraum
Der Bau des Flussbades bietet zudem die Chance, die Wasserqualität des weiteren Mühlenhunteverlaufs nachhaltig zu verbessern. Mit dem Umgehungsgewässer werden neue wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen. Es wird eine Auenlandschaft initiiert, die als natürlicher Biotoptyp auf Grund von Bodenablagerung während des Küstenkanalausbaus in den 70er Jahren verloren ging.

Der besondere Wert des Mühlenhuntelaufs und der sich anschließenden Lazaruswiese besteht in ihrer besonderen Lage, als verbindendes Element zwischen dem gestalteten Schlossgarten und der naturnahen freien Landschaft der Hunte- und Buschhagenniederung. Es ist die einzige, nahezu durchgängige Grünzugverbindung, zwischen der Innenstadt Oldenburgs und den Landschaftsräumen des Umlandes. Die Grünplanung sieht deshalb eine Einbindung der Lazerunswiese in das radiale Rad- und Fußwegekonzept des Oldenburger Wegesterns vor, die im Übergangsbereich zu den Freiflächen des Naturbades auch urbane Landschaftselemente integrieren kann. Entsprechend dem naturschutzfachlichen Leitbild, wird als landschaftstypischer Lebensraum, der Charakter einer offenen Auenlandschaft angestrebt.
 
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