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| Naturbad Wetter (Ruhr) |
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Planungsbüro: Polyplan GmbH
Auftraggeber: Trägerverein "Unser Freibad am See" Wetter (Ruhr) e.V.
Ort: 58300 Wetter (Ruhr
Zeitraum: 2005 - 2006
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Historische Entwicklung
Das Freibad in Wetter steht exemplarisch für viele Freibäder an der Ruhr. An diesem Standort befand sich zunächst eine Flussbadelandschaft in der Ruhr bzw. im Harkortsee bevor auf Grund zunehmender Wasserverschmutzung ein Freibad als Ersatz im Uferbereich gebaut wurde. Das Freibad war seit mehreren Jahren sanierungsbedürftig; Geld für eine grundlegende Erneuerung war nicht vorhanden. Bereits 2002 hatte die Stadt Wetter den Regionalverband Ruhr um Beratung hinsichtlich des Umbaus in ein Naturfreibad mit biologischer Wasserreinigung gebeten. 2004 übertrug die Stadt den Betrieb des Freibades an einen Trägerverein, der sich aus einer privaten Initiative zum Erhalt des Freibades gebildet hatte. Der Durchbruch zur Realisierung des Naturfreibades gelang Anfang 2005 durch die Förderung im Rahmen des INTERREG IIIB Projektes Artery Flusslandschaften der Zukunft. Nach einer nur 9-monatigen Bauzeit konnte das Naturfreibad Wetter im Juli 2006 eröffnet werden.
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Freiraumgestaltung
Entsprechend dem Förderungszweck bestand die besondere Herausforderung der Freiraumplanung darin, auch die übergeordneten städtebaulichen und regionalen Entwicklungsziele zu integrieren. Insbesondere die Einbindung des Ruhrtalradweges ist von besonderer Bedeutung, weil hierdurch die weichen Standtortfaktoren der Stadt Wetter gestärkt werden sollten. Darüber hinaus wird eine überregionale Anbindung an den Radwandertourismus geschaffen.
Das realisierte Freiraumkonzept schafft neue attraktive Verbindungen zwischen dem alten Freibadgelände und dem bereits vorhanden Seeweg. Das abschüssige Gelände wurde mit Gabionenwänden terrassiert und mit einem neuen Gastronomiebereich erweitert. Somit ist es heute möglich die Biergartenterrassen sowohl vom Radweg als auch vom Freibadgelände zu nutzen.
Einen besonderen Höhepunkt bietet das jährlich stattfindende Seefest der Stadt Wetter im Sommer. Der unmittelbar an das Freibad angrenzende Seeplatz rückt dabei in das Zentrum des Geschehens. Durch die Verbindungen zwischen Seeweg, Seeplatz-Gestaltung und Freibadgelände werden hier ganz neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen.
In der Gestaltung des Freibadgeländes wurden wesentliche Grundstrukturen des Bestandes übernommen. Speziell die Beckenkonturen und Tribünenanlagen wurden erhalten, da diese auch weiterhin das abschüssige Gelände sinnvoll strukturieren und auch für sportliche Veranstaltungen den angemessenen Rahmen bieten. Andererseits bestand aber auch aus Kostengründen die dringende Forderung möglichst wenig Bodenmaterial aufzunehmen, da in fast allen Bereichen Altlasten angetroffen wurden.
Dennoch wurde das Gesamtambiente durch die Auswahl natürlicher Materialien mit warmen Farbtöne wie Holz, Kies und Ruhrsandstein enorm aufgewertet. Speziell die Sichtverblendung der alten Betontribüne mit Corthenstahlblechen verleiht der Anlage ein ganz neues Gesicht.
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Nutzungsbereich
Der Nutzungsbereich des Naturfreibades Wetter umfasst eine Gesamtwasserfläche von 2.300 m². Diese unterteilt sich in einen organisch geformten Nichtschwimmerbereich mit angrenzendem Strand und ein geometrisches Mehrzweckbecken mit integrierter 50 m Bahn und einer Gesamtfläche von 1.550 m².
Das Mehrzweckbecken beinhaltet eine aus Kunstfelsen gestaltete Sprunganlage mit 1, 3 und 5 m Absprüngen. Als weitere Wasserattraktion wurde ein Strömungskanal mit Felsengrotte errichtet. Hier kann der Besucher sich von den Wasserdüsen massieren lassen oder sich einfach unter einem Wasserfall erfrischen. Ein weiterer Wasserfall stürzt tosend aus einem Quellbecken oberhalb der Tribüne auf einer Gesamtbreite von 4 m zum Mehrzweckbecken.
Die bereits vorhandenen Großrutschen wurden in das Gesamtkonzept integriert. Durch die Erweiterung des Nichtschwimmers mit Kleinkindbereich und Wasserbaustelle im Strandbereich konnte das familienorientierte Angebot insgesamt aufgewertet und erweitert werden.
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Wasseraufbereitung
Das Füllwasser für den Betrieb des Freibades Wetter wird aus einem eigenen Brunnen aus ca. 40 m Tiefe gefördert. Zur Vermeidung erhöhter Nährstoffeinträge wird das Füllwasser über einen Phosphatadsorber geführt. Dieser Adsorber kann bei Bedarf auch im Bypass der Wasseraufbereitung betrieben werden, so dass übermäßig hohe Nährstoffeinträge durch intensive Badenutzung unmittelbar fixiert werden können. Die Aufbereitung des Badewassers erfolgt über einen Neptunfilter, der sich der Topografie folgend auf zwei Ebenen gliedert. Die Teilflächen des Filters sind hydraulisch voneinander getrennt, so dass Nichtschwimmer und Mehrzweckbecken jeweils über einen eigenen Wasserkreislauf verfügen. Die Beckenhydraulik wurde bereits in der Planung rechnergestützt modelliert und vor in Betriebnahme in allen Becken durch einen Färbeversuch nachgewiesen.
Eine weitere technische Besonderheit des Freibades Wetter besteht in der Integration der vorhandenen Solarabsorber und eines neuen Blockheizkraftwerkes (BHKW). Letzteres erwärmt das Wasser des Freibades und versorgt die Pumpen mit Strom. Die zukünftige Versorgung einer Sporthalle und eines desinfizierten Hallenbeckens befindet sich in der Vorbereitung.
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