Abstract:
Künstlerisch gestaltete Wände in Naturfreibädern sind weit mehr als nur Dekoration: Sie
verwandeln funktionale Räume in emotionale Orte. Besonders kooperative Kunstprojekte mit
Jugendlichen schafen Identifkation, fördern Nachhaltigkeitsbewusstsein und beleben das
Gemeinschaftsgefühl. So wird aus dem Freibadbesuch ein Erlebnis für Augen, Herz und Seele –
und aus einer Wand ein Stück lebendige Kultur.
Orte, die erzählen – Kühles Nass trifft Kunst
Eine künstlerisch gestaltete Wand kann weit mehr, als nur hübsch aussehen. Sie spiegelt
bestenfalls die Identität des Ortes wider, erzählt Geschichten von Natur, Wasser, Sommer und
Gemeinschaft. Gerade Naturfreibäder, die auf ökologische Nachhaltigkeit setzen, proftieren von
einem ästhetischen Konzept, das dieses Werteverständnis sichtbar macht.
Farben, Formen und Motive schafen Atmosphäre – sie laden ein zum Verweilen, Staunen und
Fotograferen und eventuell auch mal ein Selfe. Eine qualitativ gestaltete Wand wird so zum
Kommunikationsraum, der Menschen verbindet und Gesprächsanlässe schaft.
Die Forschung unterstreicht längst, dass öfentliche Kunst die Wahrnehmung eines Ortes
verbessert, das Sicherheitsgefühl steigert und soziale Bindungen stärkt [¹][²].
Jugendliche als Künstlerinnen und Künstler – Beteiligung, die bleibt
Ein besonderer Mehrwert entsteht, wenn Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung
einbezogen werden. In kooperativen Kunstprojekten lernen sie, Verantwortung für „ihren Ort“ zu
übernehmen und sich kreativ auszudrücken. Darüber hinaus lernen die Jugendlichen unter
Anleitung von Künstler*innen künstlerisches Handwerk vom Entwurf über die Vorbereitung der
Flächen bis zur Umsetzung. Für viele Jugendliche ist es oftmals der erste richtige Kontakt mit
Künstler*innen und künstlerisches Handwerk. Ob mit Pinsel, Rolle oder Sprühdose, für die
allermeisten ein neue Welt und Raum sich zu erproben.
So entstehen gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern Murals, Mosaike oder
Holzskulpturen, die Themen wie Umweltschutz, Wasser oder Artenvielfalt aufgreifen.
Das Ergebnis: Stolz, Zugehörigkeit und Identifkation mit dem eigenen Freibad und dem
eigenen Lebensumfeld. Besucherinnen und Besucher erleben nicht nur ein ästhetisches Werk,
sondern spüren das Engagement der Gemeinschaft dahinter.
Kulturelle Beteiligung bei Jugendlichen stärkt die Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenzen
[⁴][⁵] und bietet dazu noch einen großen Mehrwert für die Orte und ihre Besucher*innen.
Nachhaltige Wirkung – Kunst als Teil des Gesamterlebnisses
In der heutigen Zeit, in der viele Freizeitangebote um Aufmerksamkeit konkurrieren, kann
künstlerische Gestaltung den entscheidenden Unterschied machen. Forschung zeigt, dass
Kunst im öfentlichen Raum Räume emotional aufwertet und nachhaltige Erlebnisse erzeugt [⁶].
Ein Naturfreibad, das mit Kunstprojekten arbeitet, bietet nicht nur Erholung, sondern auch
Inspiration. Gäste nehmen Eindrücke mit, die über den Tag hinaus wirken – und kommen gern
wieder, wie Studien zu Kunst- und Naturerfahrung belegen [⁷].
Zudem fördern solche Projekte die regionale Identität: Öfentliche Kunst schaft Sichtbarkeit für
lokale Akteurinnen und stärkt soziale Netzwerke, indem Schulen, Vereine und Künstlerinnen
eingebunden werden [⁸][⁹].
Auch im internationalen Kontext von naturnahen Badegewässern wird zunehmend betont, dass
die Verbindung von Ökologie und Kultur Besucher langfristig begeistert. Die Deutsche
Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (DGfnB) und internationale Netzwerke wie die IOB
heben hervor, dass solche Anlagen als ökologische und kulturelle Begegnungsorte wirken können
[¹⁰][¹¹].
Ein Gewinn für alle Sinne
Ob reine künstlerische oder kooperative Gestaltung – Kunst im Naturfreibad bietet ästhetischen
Reiz, sorgt für Identifkation und kann den sozialen Zusammenhalt stärken.
Sie macht sichtbar, was viele Naturfreibäder ohnehin auszeichnet: Lebensfreude, Natürlichkeit
und Gemeinschaft.
Quellenliste
[¹] Urban Institute (2022): How Public Art Can Improve Quality of Life and Advance Equity.
[²] Americans for the Arts: Why Public Art Matters (Public Art Network Green Paper).
[³] Kühnapfel, C. (2025): On the impact of public art… (ScienceDirect).
[⁴] Kulturelle Bildung NRW (2023): Themenheft Partizipation – Kulturelle Jugendarbeit.
[⁵] Keuchel, S. u. a. (2023): Potenzialstudie zu Kinder- und Jugendkulturprojekten. PwC-Stiftung
Deutschland.
[⁶] The ART of Engagement: Placemaking for Nature and People in Cities (2019).
[⁷] Asking questions of nature: Art as a catalyst for ecological consciousness (2024).
[⁸] Public Art for Placemaking and Urban Renewal (2020).
[⁹] The Role of Public Art in Community Identity and Urban Development (2023).
[¹⁰] DGfnB – Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer: Naturfreibäder.
[¹¹] DGfnB / IOB: Kooperations- und Best-Practice-Berichte zu naturnahen Badegewässern
[David Kory, die Urbanisten]
Den Artikel finden Sie in unserer NaturbadInfo Ausgabe 2026