Bei Polyplan Kreikenbaum blicken wir auf eine lange Geschichte in der Mess- und Regelungstechnik zurück. Seit der Firmengründung im Jahr 1991 beschäftigen wir uns mit der Steuerung und dem Betrieb von Filteranlagen für Seen und Bäder.
Wir erfassen Wasserstände, Temperaturen und Trübungen sowie wasserchemische Parameter. Diese Messwerte werden in unsere eigene Cloudlösung DANA 2.0 übertragen. Je nach Anforderung werden die Anlagen entweder rein lokal betrieben oder senden sämtliche Daten inklusive Alarmmanagement an DANA. In diesem Fall ist auch eine webbasierte Steuerung möglich.
Die Planung und Umsetzung der Mess- und Regelungstechnik für öffentliche Bäder erfolgt stets individuell. Jedes Bad ist anders. Unterschiedliche hydraulische Randbedingungen, Pumpenkonzepte und Füllwasserbedingungen führen dazu, dass sich die Anlagen zwar ähneln, die Planung jedoch immer projektspezifisch erfolgt.
Mittlerweile sind alle unsere öffentlichen Anlagen mit DANA 2.0 verbunden. Dadurch kann sich unser erfahrenes Fernwartungsteam auf die Anlagen aufschalten und Kunden individuell unterstützen und beraten. Auch die Badbetreiber selbst können das Verhalten ihrer Anlagen nachvollziehen. Das ist häufig sehr aufschlussreich und hilft, das System besser kennenzulernen und zu verstehen. Zudem können Wartungsteams ihre Einsätze priorisieren und Fehler frühzeitig erkennen.
Auf den IOB-Kongressen der letzten Jahre haben wir verschiedene Impulse zum Thema DANA Polycontrol und LoRa-Systeme gegeben. Diese Systeme wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich von Kanada bis Litauen eingesetzt. Dabei haben wir jedoch auch deren Grenzen kennengelernt.
LoRa-Systeme können aufgrund ihrer begrenzten Bandbreite keine ausreichend robuste und schnelle Verbindung für eine Live-Steuerung von Pumpen bereitstellen. Als Sensornetzwerk sind sie jedoch äußerst zuverlässig und kosteneffizient.
BlueConnect-Sonden arbeiten in einem nicht öffentlichen Netzwerk (Sigfox), dessen Abdeckung und Verfügbarkeit in einigen Ländern eingeschränkt war und zudem keine weitergehende Analyse durch unser MSR-Team zuließ.
Auch einige Softwarelösungen – häufig Open-Source-Systeme, die auf Kleinstrechnern statt auf SPS basieren – haben sich im Langzeitbetrieb als nicht ausreichend robust für den Einsatz in Filteranlagen erwiesen. Besonders die Notwendigkeit, internetbasierte Systeme kontinuierlich auf dem neuesten Sicherheitsstand zu halten, führte wiederholt zu Versionskonflikten und Verbindungsabbrüchen. Aus diesen Erfahrungen haben wir viel über die Stärken und Schwächen gängiger Software- und Cloudlösungen gelernt.
In unserem Netzwerk von Planer:innen für private Anlagen wurde jedoch zunehmend Kritik an der Komplexität dieser stark individualisierten MSR-Technik sowie an den damit verbundenen Kosten geäußert. Aus diesem Grund entwickeln und testen wir seit Anfang 2024 intensiv eine deutlich kostengünstigere, standardisierte Kompaktlösung für kleine und private Anlagen.
Ab März 2026 bieten wir die von der Polycon GmbH vertriebene Polycontrol sowie die Polycontrol+ an. Weitere Infos finde Sie unter https://shop.polycon-gmbh.de/.
Durch das modulare Standardkonzept sowie die bereits bestehende IT-Infrastruktur zur Fernwartung und von DANA 2.0 werden die Kosten geringen gehalten.
Zum Einsatz kommt durchgängig Hard- und Software auf Industriestandard. In einem kompakten Schaltschrank (Höhe 500 mm, Breite 350 mm, Tiefe 200 mm) stehen vier Lastausgänge sowie acht digitale Meldungen zur Verfügung, die frei über ein Siemens-Touchdisplay konfiguriert werden können.
Die Polycontrol+ verfügt zusätzlich über vier kurzschlusssichere Sensoreingänge. Diese ermöglichen beispielsweise eine Echtzeitsteuerung nach Wasserstand oder eine präzise, automatische Befüllung.
Damit lassen sich sämtliche Szenarien zur Absicherung von Pumpen, zur Befüllung, Erfassung von Durchflüssen oder Wasseruhren sowie zum Filterbetrieb über Timer oder Zyklen realisieren. Die Polycontrol eignet sich für Schnellfilter, Trommelfilter, Neptunfilter und andere Substratfilter ebenso wie für weitere Wasseraufbereitungsanlagen mit UV-Lampen.
Unser erfahrenes Fernwartungsteam kann remote auf die Steuerungen zugreifen, Wartungen unterstützen oder auch nachträglich Sonderfunktionen implementieren. Dabei greifen wir auf jahrelange Erfahrung und fundierte Kenntnisse im Betrieb von Filteranlagen zurück. Das Fernwartungssystem wird durchgehend aktuell gehalten und entspricht höchsten Sicherheitsstandards, sodass ein zuverlässiger und sicherer Zugriff jederzeit gewährleistet ist.
Auf Wunsch kann die Anlage einfach und zuverlässig an DANA 2.0 angebunden werden. Dadurch ist eine plattformunabhängige Überwachung und Steuerung über Smartphone, Tablet oder Computer möglich. Sämtliche Live-Daten sowie das vollständige Alarmmanagement stehen dann in einem kontinuierlich weiterentwickelten System zur Verfügung.
Werden zusätzliche Sensoren benötigt, empfehlen wir den Einsatz von BlueConnect-Bojen. Bei Empfangsproblemen oder erweiterten Anforderungen können alternativ auch LoRa-Sensoren integriert werden.
[Petra Huge und Jakob Stocker, Polyplan-Kreikenbaum Gruppe GmbH; sowie Robin Bruns, Polycon GmbH]
Den Artikel finden Sie in unserer NaturbadInfo Ausgabe 2026