Pool is cool — Natur­bä­der für Brüs­sel

POOL IS COOL — die Orga­ni­sa­ti­on

Brüs­sel ist wahr­schein­lich die ein­zi­ge Groß­stadt ohne eine ein­zi­ge Mög­lich­keit um im Frei­en zu schwim­men. Es gibt kei­ne Frei­bä­der, Bade­seen oder ande­re Bade­stel­len. POOL IS COOL hat sich zum Ziel gesetzt dar­an etwas zu ändern und Frei­ba­den als all­täg­li­che Akti­vi­tät in Brüs­sel wie­der mög­lich zu machen da wir über­zeugt sind dass das Schwim­men und Baden im Frei­en einen essen­ti­el­len Bei­trag lie­fert zur Lebens­qua­li­tät einer Stadt. Baden ist ein Ver­gnü­gen für Alle, ganz unab­hän­gig vom per­sön­li­chen Hin­ter­grund wie Alter, öko­no­mi­schen Vor­aus­set­zun­gen oder Her­kunft.

POOL IS COOL ent­stand als Initia­ti­ve von einer Hand­voll Leu­ten die in Brüs­sel woh­nen aber unter­schied­li­cher Her­kunft sein. Wir kom­men aus Frank­reich, Polen, Ita­li­en, Spa­ni­en, der Schweiz, Deutsch­land oder aber ande­ren Orten in Bel­gi­en. Was uns zum ers­ten eint ist das Auf­ge­wach­sen sein mit Frei­ba­den als etwas All­täg­li­ches. An einem hei­ßen Tag schnapp­ten wir uns die Bade­sa­chen, ein Hand­tuch und ein paar Freun­de oder Fami­lie um den Nach­mit­tag im Frei­bad, am See oder Strand zu ver­brin­gen.

In Brüs­sel haben wir, unab­hän­gig von­ein­an­der, fest­stel­len müs­sen, dass das unver­ständ­li­cher­wei­se ein­fach nicht mög­lich ist. Wer Abküh­lung sucht muss andert­halb Stun­den an die Nord­see fah­ren, sich auf den Weg machen zu Bade­stel­len im Umland Brüs­sels, die finan­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen haben für einen eige­nen Pool im Gar­ten oder in einen der Brun­nen der Stadt sprin­gen was nur für Kin­der tole­riert wird. Dabei gab es in der Ver­gan­gen­heit vier Frei­bä­der in Brüs­sel. Das Letz­te schloss aller­dings 1978 nach meh­re­ren kal­ten Som­mern und, als Kon­struk­ti­on der drei­ßi­ger Jah­re, am Ende sei­ner Lebens­zeit. Da es sich bei allen Bädern um pri­va­te kom­mer­zi­el­le Initia­ti­ven han­del­te gibt es weni­ge Infor­ma­tio­nen in Archi­ven über das Ver­schwin­den der Bäder. Einen gro­ßen gesell­schaft­li­chen Auf­schrei gab es aller­dings eher nicht. Plä­ne von Poli­ti­kern für neue Frei­bä­der ver­schwan­den schnell wie­der in Schub­lä­den nach Wah­len mit neu­en poli­ti­schen Mehr­hei­ten, oft als poli­ti­sche Fan­ta­sien dis­kre­di­tiert und zum Bei­spiel mit dem sprich­wört­lich schlech­ten Wet­ter in Fra­ge gestellt. Dabei ist das Wet­ter in Brüs­sel nicht bes­ser oder schlech­ter als zum Bei­spiel in Paris oder Lon­don, Städ­te mit einer rei­chen Frei­ba­de­kul­tur. 

Kon­fron­tiert mit die­ser Situa­ti­on haben sich die ver­schie­de­nen Initia­to­ren von POOL IS COOL 2014/15 zusam­men­ge­fun­den mit dem Wunsch dar­an etwas zu ändern. Was die meis­ten von uns außer der per­sön­li­chen Bade­er­fah­rung aus der Jugend noch ver­band ist der pro­fes­sio­nel­le Hin­ter­grund als Archi­tek­ten und Städ­te­bau­er. Aus unse­rer Erfah­rung sind wir mit den Pro­zes­sen und rele­van­ten Akteu­ren ver­traut die nötig sind für Trans­for­ma­tio­nen von Stadt­raum und städ­ti­schen Funk­tio­nen. Die­se Exper­ti­se woll­ten wir ein­set­zen um Frei­ba­den wie­der nach Brüs­sel zu brin­gen.

[Paul Stein­brück, Pool is Cool]

Den voll­stän­di­gen Arti­kel fin­den Sie in unse­rer Natur­bad­In­fo Aus­ga­be 2024